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Altstadt Monte Sant’Angelo im Gargano (Apulien)

Zwei Erzengel im Gargano

Herr und Frau Schmidt in Monte Sant’Angelo. Eine Reisegeschichten aus Apulien. “Was für eine schöne Aussicht. Fahr‘ doch mal rechts ran!” ruft Frau Schmidt begeistert. “Hier? Ich kann doch nicht mitten in der Kurve anhalten!” Seit sie die Küste verlassen haben, ist die Aufmerksamkeit von Herr Schmidt ganz der kurvenreichen Straße gewidmet, die sich unaufhaltsam, Kilometer um Kilometer, den Berg hinauf schlängelt. “Schau, dort kannst du hinter dem dreirädrigen Gefährt einhalten.” Frau Schmidt bleibt hartnäckig. “Man nennt sie Ape, wie die italienische Biene. Was lernt ihr eigentlich in dem Italienischkurs an der Volkshochschule?” antwortet Herr Schmidt ironisch, als er den Blinker setzt, um hinter dem Kleinlaster zum Stehen zu kommen. Er muss seiner Frau recht geben. Die Aussicht ist grandios. Selbst die heutigen Schleierwolken können dies nicht beeinträchtigen. „Gar nicht so übel, dieser Golf von Manfredonia”, stimmt Herr Schmidt seiner Ehefrau zu. Glockengeläut dringt an sein Ohr. Aber keine Kirchenglocken sorgen für die klangvolle Untermalung. Unterhalb des Städtchens Monte Sant’Angelo weiden Kühe an den steilen Hängen, die im Frühjahr mit einem zarten Grün überzogen sind. …

Stürmisches Meer im November in Apulien

Novemberblues

Stürmisches Grüngemüse und Heilige mit Blutwurst. Alles, was du schon immer über Apulien im November wissen wolltest, aber nie zu fragen wagtest. Intrigantes Liebesgeflüster lässt den Tag zur Nacht werden. Turteltauben haben sich auf dem Glasfaserkabel niedergelassen und turteln, was die Hormone hergeben. Der liebliche Duft der Titanwurz erfüllt die Luft der lauen Frühlingsnacht. Romantisch erklingen die ersten Töne von Frank Zappas Evergreen Bobby Brown goes down. Halt. Stop. Dieser Text ist für den Wonnemonat Mai bestimmt. Also nochmals von vorne: November. Totenmonat. Trauermonat. Der graue und melancholische 11. Monat des Jahres. Er beginnt in der Nacht mit Halloween und dämonischen Instagram Filtern, um mit Allerheiligen weiterzumachen. Allerseelen folgt ohne Komplimente. Der zweite November ist der Tag des Jahres, in dem auch Ortsunkundige jeden italienischen Friedhof ohne Google Maps, Straßenschilder und Navigationssystem finden. Lange Autoschlangen zeigen dir den Weg. Die Polizia Municipale wartet bereits darauf, gestenreich und für den Anlass schmuck ausstaffiert, dem Verkehrschaos Einhalt zu gebieten. Sollten Autohupen Tote erwecken können, bietet Allerseelen in Italien die besten Voraussetzungen für den gruseligen Event. November. Kohlgeruch …