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Altstadt Monte Sant’Angelo im Gargano (Apulien)

Zwei Erzengel im Gargano

Herr und Frau Schmidt in Monte Sant’Angelo. Eine Reisegeschichten aus Apulien. “Was für eine schöne Aussicht. Fahr‘ doch mal rechts ran!” ruft Frau Schmidt begeistert. “Hier? Ich kann doch nicht mitten in der Kurve anhalten!” Seit sie die Küste verlassen haben, ist die Aufmerksamkeit von Herr Schmidt ganz der kurvenreichen Straße gewidmet, die sich unaufhaltsam, Kilometer um Kilometer, den Berg hinauf schlängelt. “Schau, dort kannst du hinter dem dreirädrigen Gefährt einhalten.” Frau Schmidt bleibt hartnäckig. “Man nennt sie Ape, wie die italienische Biene. Was lernt ihr eigentlich in dem Italienischkurs an der Volkshochschule?” antwortet Herr Schmidt ironisch, als er den Blinker setzt, um hinter dem Kleinlaster zum Stehen zu kommen. Er muss seiner Frau recht geben. Die Aussicht ist grandios. Selbst die heutigen Schleierwolken können dies nicht beeinträchtigen. „Gar nicht so übel, dieser Golf von Manfredonia”, stimmt Herr Schmidt seiner Ehefrau zu. Glockengeläut dringt an sein Ohr. Aber keine Kirchenglocken sorgen für die klangvolle Untermalung. Unterhalb des Städtchens Monte Sant’Angelo weiden Kühe an den steilen Hängen, die im Frühjahr mit einem zarten Grün überzogen sind. …

Patounis Seife aus Olivenöl in Korfu Stadt

Alles in Seife auf Korfu

Zu Besuch in der Seifenmanufaktur Patounis in Korfu Stadt Ein sonniger Vormittag in Korfu Stadt. Die Sommerhitze macht sich bereits bemerkbar, als ich meinen Blick suchend über das rege Treiben auf Platia Sarocco schweifen lasse. Hier irgendwo muss er sein. Und tatsächlich, da ist der Eingang, so unscheinbar, dass man ihn schnell übersieht. Als ich die kleine Fabrikhalle betrete, fühle ich mich in ein anderes Jahrhundert katapultiert. Auf Holzgestellen liegen in Reih und Glied die grünlichen Produkte zum Trocknen aus. Ich bin zu Besuch in der traditionsreichen Seifenmanufaktur Patounis in Korfu Stadt. Alte Olivenbäume und schlanke Zypressen bestimmen das Landschaftsbild der grünen Ionischen Insel. Dass Olivenöl schon immer eines der Hauptprodukt der lokalen Landwirtschaft war, wird niemanden überraschen. Weniger bekannt ist, dass das flüssige Gold des Mittelmeeres noch heute in Korfu Stadt auf traditionelle Art zu verschiedenen Seifen ohne Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen in Handarbeit verarbeitet wird. Ein Besuch der Seifenmanufaktur Patounis in Korfu Stadt, nur wenige Meter von der zentralen Platía Sarocco gelegen, ist sehr interessant und lohnenswert. Das Familienunternehmen wurde 1850 gegründet und überlebte als eine der wenigen traditionellen Seifenhersteller. …

Altstadt Korfu vom Meer gesehen

Tag und Nacht in Korfu-Stadt

Eine kleine Hommage an Kerkyra Sie ist UNESCO-Welterbe und wird als eine der schönsten Städte Griechenlands gehandelt. Flankiert vom Ionischen Meer, breitet sie ihr Netz an schmalen Gassen zwischen der Alten und Neuen Festung aus. Die Erstere trotzte den Osmanen unzählige Male und ragt weit ins Ionische Meer. Über der Letzteren weht heute die griechische Flagge, mal mehr, mal weniger stolz im Wind. Kerkyras morbide Schönheit Vier- und fünfstöckige Häuser drängen sich dicht aneinander, fast, als würden sie sich gegenseitig Halt geben. Oder wie geschwätzige Marktweiber, die ihre Köpfe zusammenstecken, um den neuesten Klatsch auszutauschen. Farbenfroh gestrichen die einen, verblasste Schönheiten die anderen. Der Putz bröckelt an vielen Ecken und so mancher Fensterladen wird den ersten Herbststurm in seinen Angeln nicht überleben. Wild schlängeln sich Stromleitungen und Wäscheleinen von Haus zu Haus. Keck flattern kleine Höschen im milden ionischen Wind. Italien oder, besser gesagt, Venedig hat architektonische Spuren hinterlassen. Mich zieht es in mein Lieblingsviertel Cambiello, einem der ältesten Stadtviertel Kerkyras, wo die Gassen besonders eng und die Restaurants und Geschäfte spärlich sind. Auf der kleinen …

Fähre Italien - Griechenland

Italien – Griechenland hin und zurück

Die schönste Art nach Korfu zu reisen Lange Schlangen bilden sich vor dem schwimmenden Stahlkoloss. Manch einer zeigt Ungeduld. Andere bezweifeln, dass alle hinein passen. Aber letztendlich, egal ob groß oder klein, auf vier oder zwei Räder, verschwinden sie in der Dunkelheit des tiefen Schiffsbauchs. Dicht an dicht, Stoßstange an Stoßstange, drängen sich hier Personen- und Lastkraftwagen. Der Geräuschpegel ist kaum auszuhalten. Die Luft verpestet von Abgasen. Schnell entflieht ihnen jeder auf die höheren Decks, wo einem die Meeresbrise um die Nase weht — oder zumindest der Kaffeeduft von der Bar. Ein Vibrieren geht durch den Schiffskörper. Die Motoren laufen sich warm. Kurze Zeit später steuern wir aufs offene Meer hinaus. Ich gönne mir den ersten Nescafé Frappé an der Bar. Alle lieben italienischen Kaffee. Fast alle. Aber ich bin mit Espresso & Co auch in zwanzig Jahren nicht wirklich warm geworden, mag aber dafür umso mehr das griechische Kaffeegetränk, süß und mit Milch, und vermisse es in Italien schmerzlich. Wir sind keine illustre Reisegesellschaft. Nur wenige Passagiere sind als Urlauber unterwegs. Dafür jede Menge …

UNESCO Weltkulturerbe Paestum

Die Tempel von Paestum

Zu Gast bei Athena, Hera und Poseidon im süditalienischen UNESCO-Weltkulturerbe Paestum In Paestum habe ich vor vielen Jahren meinen ersten griechischen Tempel gesehen. Damals konnte ich antiken Ruinen noch nicht viel abgewinnen. Von meinem Besuch in Pompeji sind Erinnerungen an viel Staub und noch mehr Touristen geblieben. Aber die Tempeln von Paestum haben mich sogar damals beeindruckt. Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen. Und heute, im reiferen Alter, finde ich zunehmend Gefallen an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien und Griechenland. Da ich kurz zuvor den Göttern auf der Akropolis einen Besuch abstattete, habe ich die ersten Gelegenheit genutzt den griechischen Tempeln von Paestum nochmals meine Aufwartung zu machen. Die Ruinenstätte von Paestum Beeindruckend ist nicht nur die Größe der Tempel, sondern auch deren Erhaltungszustand. Meine Erinnerungen haben mich nicht getrogen. Bei meinem heutigen Besuch habe ich das Glück einen kompetenten Reiseführer an meiner Seite zu haben, der geduldig alle Fragen beantwortet. Der Tempel der Athena, auch Ceres-Tempel genant, ist der kleinste der drei Tempel in der Ausgrabungsstätte von Paestum. Ich zähle 13 dorische Säulen an der Längsseite. Meine fachlich versierte …

Blick von der Athener Agora

Mit Sokrates auf der Athener Agora

Philosophische Gespräche im Herzen Athens Ich berichtete von meinem Besuch bei den den Göttern über den Dächern Athens, wo ich mit Athene Bekanntschaft machte und bei den bezaubernden Karyatiden den Ausblick über die Metropole Athen genoss. Nach dem himmlischen Ausflug folgt der Abstieg hinab ins irdische Leben. Aber nicht das neuzeitliche Athen steht heute auf dem Programm. Zuvor habe ich eine wichtige Verabredung mit einem der interessantesten Gesprächspartnern der Antike: Ich treffe mich mit Sokrates, der sich dazu bereit erklärt hat mich bei meinem Spaziergang auf der Athener Agora zu begleiten. Die Agora, heute eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten Attikas, war einst der Marktplatz des antiken Athens. Hier spielte sich das öffentliche Leben ab und genau hier soll Sokrates mit der ihm eigenen Hebammenkunst seinen Zeitgenossen zur Einsicht verholfen haben. Tempel des Hephaistos Sokrates ist ein Stadtmensch. […] Er ist ein Flaneuer, eine typische Erscheinung der Stadt. […] Es braucht keinen besonderen Raum, um gemeinsam nachzudenken. Die Stufen des Tempels tun es ebenso wie der Rand eines Brunnens, um sich zu setzten. Marquardt, Udo: Spaziergänge mit Sokrates: Große Denker …