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Igitt, Zitronenmarmelade

Zitronenmarmelade

Mein Rezept für Zitronenmarmelade mit Schale

In den vergangenen Wochen habe ich die gelbe Vitaminbombe, die seit Wochen über meinem Kopf hängt, betrunken gemacht und in leckeren Limoncello verwandelt. Was aber mit dem Rest der gelben Pracht tun, die dieses Jahr so reichlich ist? Ich begann zu überlegen, ob ich nochmals den Versuch wagen sollte, Zitronenmarmelade zu machen.

Vor vier Jahren startete ich bereits einmal den Versuch Zitrusfrüchte in Marmelade zu verwandeln – mit mäßigem Erfolg. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es eine Zitronen-Orangenmarmelade war. Und obwohl ich keine Orangenschalen verwendete, war das Ergebnis für meinen Gaumen zu bitter – und die Küche sah wie ein Orangen-Zitronenschlachtfeld aus. Definitiv nicht zu wiederholen.

Aber man soll bekannterweise nicht zu schnell aufgeben. Und tataaaaa – dieses Jahr mache ich die Zitronenmarmelade mit Schale (!) bereits zum vierten Mal. Das Ergebnis hat nicht nur mich begeistert, sondern sogar die bessere italienische Hälfte überzeugt – und das will etwas heißen.

Zutaten:

  • 1 kg Bio-Zitronen in in dünne Scheiben geschnitten
  • 650 g Zucker
  • Wasser

Die Zitronen gut waschen und in dünne Scheiben schneiden und einmal halbieren oder vierteln, je nachdem wie groß Du die Stücke in der Marmelade magst. Kerne dabei entfernen. Die Zitronenscheiben eineinhalb bis zwei Stunden mit Wasser bedecken und ruhen lassen.

Zitronenmarmelade - Mein Rezept

Zitronenschalen schmecken nicht bitter wie Orangenschalen. Es gibt sogenannte limoni di pane (wörtlich Brot-Zitronen), die nur wenig Fruchtfleisch haben, aber dafür reichlich albedo (wie offiziell auf Italienisch das Weiße der Zitrone heißt). Man isst sie pur oder als Salat mit Olivenöl, Zwiebeln, Salz, Peperoncino, Knoblauch und Minze. Unsere italienische Oma hatte früher einen solchen Baum in ihrem Garten. Mittlerweile ist diese Zitrusfrucht sehr selten bei uns geworden und ich habe sie auch nicht mehr auf dem Wochenmarkt oder gar im Supermarkt gefunden.

Das Wasser der Zitronen abgießen und die Zitronenscheiben in einem hohen Topf mit frischem Wasser ausreichend bedecken. Für wenige Minuten zum Kochen bringen.

Die Zitronen abgießen. Von diesem, lecker nach Zitrone riechendem Wasser, ungefähr 400 ml abnehmen und zur Seite tun.

Die Zitronenscheiben nun mit dem Zucker vermischen, die ca. 400 ml Wasser dazu geben und 30 bis 40 Minuten kochen lassen, bis die Marmelade fest wird. Den bekannten „Tellertest“ machen. Es ist absolut okay, wenn die Zitronenmarmelade ein wenig mehr „läuft“, als Du es vielleicht von anderen Marmeladen gewohnt bist.

Sollten Dir die Stücke der Zitronenschalen zu groß sein, einmal kurz mit dem Pürierstab zerkleinern.

Auf keinen Fall Gelierzucker verwenden! Manche Rezepte, die ich online gesehen habe, verwenden diesen tatsächlich. Die Zitronenmarmelade wird auch mit Haushaltszucker unglaublich fest. So fest, dass du sie mit dem Messer schneiden kannst. Kandiszucker geht natürlich auch (bei anderen Marmelade verwende ich ihn sehr gerne), allerdings ist die Zitronenmarmelade dann nicht mehr gelb, sondern bräunlich und erinnert an Orangenmarmelade (bereits ausprobiert). Schmeckt gut, sieht allerdings gewöhnungsbedürftig aus.

Die fertige Zitronenmarmelade in sterilisierte Gläser abfüllen und „kopfüber“ abkühlen lassen.

Nach meinem ersten misslungenen Versuch Zitrusfrüchten zur Marmelade zu verarbeiten, war ich dieses Mal von dem Ergebnis mehr als angetan. Die Zitronenmarmelade ist weder sauer, noch bitter, aber auch nicht zu süß. Sie schmeckt angenehm frisch. Zitronenmarmelade passt hervorragend zu würzigem Schaf- und Ziegenkäse.

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Lebt mit Border Collie Jack in Apulien am Meer. Nimmt den Begriff Slow Living wörtlich, widmet sich dem Schreiben und bloggt auf Pen & Sea unter dem Motto "natürlich mediterran".